BI Driftsethe

Bürger-Initiative gegen die Bauschuttdeponie in Driftsethe

Das AKW in Lingen im Emsland gehörte zu den Anlagen, die geräumt werden mussten. 
(Foto: imago/Hans Blossey)

22 Minuten Ungewissheit
Fünf AKWs in Norddeutschland kurz geräumt

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Ein Passagierjet verliert den Funkkontakt zum Boden und wird von Kampfflugzeugen begleitet. In Norddeutschland werden vorsichtshalber mehrere Atomkraftwerke geräumt. Die Sicherheitsbestimmungen schreiben das so vor.

Wegen eines unterbrochenen Funkkontakts zu einem Flugzeug im deutschen Luftraum sind fünf Kernkraftwerke in Schleswig-Holstein und Niedersachsen vorübergehend geräumt worden. Nur Notbesetzungen blieben in den Werken. Zudem stiegen Abfangjäger der Luftwaffe auf und begleiteten das Flugzeug. Die Situation sei nach kurzer Zeit wieder unter Kontrolle gewesen, teilte das für die Atomaufsicht zuständige Energiewende-Ministerium in Kiel mit.

Das AKW in Lingen im Emsland gehörte zu den Anlagen, die geräumt werden mussten.  (Foto: imago/Hans Blossey)

Das AKW in Lingen im Emsland gehörte zu den Anlagen, die geräumt werden mussten.
(Foto: imago/Hans Blossey)

Betroffen waren die Atomkraftwerke Brunsbüttel und Brokdorf in Schleswig-Holstein sowie Grohnde, Lingen und Unterweser in Niedersachsen. Die Anlagen in Brunsbüttel und Unterweser sind bereits seit längerem stillgelegt, die in Grohnde sei wegen einer Revision derzeit heruntergefahren, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums in Hannover.
Der Funkkontakt zu dem Verkehrsflugzeug war nach Angaben des Ministeriums in Kiel zwischen 10.27 und 10.49 Uhr mindestens 22 Minuten unterbrochen. Danach wurde die Anordnung zur Räumung aufgehoben.

Kampfflieger überprüften Situation
Nach Angaben der Luftwaffe war der Funkkontakt zu dem Flugzeug, das auf dem Weg nach London war, schon über Ungarn abgebrochen. Die Maschine sei von tschechischen Abfangjägern begleitet worden und beim Einfliegen in den deutschen Luftraum von zwei Eurofightern der Luftwaffe übernommen und dann bei Köln dann an belgische Kampfflugzeuge übergeben worden, sagte ein Sprecher. In solchen Fällen werde per Sichtkontakt überprüft, dass es keine ungewöhnliche Situation an Bord gebe. Der Funkkontakt könne durch einen Bedienungsfehler oder eine technische Störung ausfallen. Dies komme immer mal wieder vor.

Es habe sich um einen sogenannten Renegade-Voralarm gehandelt, erläuterte das Ministerium in Kiel. Renegade-Fälle sind solche, in denen möglicherweise ein Luftfahrzeug aus terroristischen oder anderen Motiven als Waffe verwendet werden könnte. In Deutschland war 2003 das Nationale Lage- und Führungszentrum für Sicherheit im Luftraum in der Gemeinde Uedem (Nordrhein-Westfalen) eingerichtet worden, um den Luftraum vor solchen Bedrohungen zu schützen. Hintergrund sind die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA.

Die Kernkraftwerke seien zügig geräumt worden, hieß es. In Brokdorf löste die Polizei bei Bekanntwerden der Evakuierungsmaßnahme eine zufällig am selben Tag vor den beiden Einfahrten stattfindende Blockade-Demonstration auf. Die rund 30 Demonstranten hätten langsam ihre Plakate entfernt und sich nach und nach vom Eingangsbereich entfernt. Nach Beendigung des Alarms wurde der Protest fortgesetzt.

Quelle: n-tv.de, bdk/dpa vom 10.03.2017

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