BI Driftsethe

Bürger-Initiative gegen die Bauschuttdeponie in Driftsethe

Die Firma Freimuth aus Bülkau will an der Kreisstraße 51 zwischen der Autobahn 27 und Hagen eine Bauschuttdeponie der Klasse I errichten. Der Antrag zur Genehmigung wurde beim Gewerbeaufsichtsamt in Lüneburg gestellt. Vor Ort gibt es massive Proteste gegen das Projekt. Foto Heß

Deponie: Firma Freimuth bleibt dran

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Abrissunternehmer lässt derzeit Daten für eine neue Umweltverträglichkeitsstudie ermitteln – Antrag wird in Lüneburg bearbeitet

DRIFTSETHE. Still ruht der Sand. Seit über einem Jahr. Ruhe ist eingekehrt in dem heftigen Streit um die geplante Bauschutt-Deponie in Driftsethe. Aber Stefan Lührs von der Firma Freimuth, die an der Kreisstraße 51 zwischen der Autobahn 27 und Hagen eine Deponie errichten will, versichert: „Wir sind weiter dran an dem Thema.“

Die Firma Freimuth aus Bülkau will an der Kreisstraße 51 zwischen der Autobahn 27 und Hagen eine Bauschuttdeponie der Klasse I errichten. Der Antrag zur Genehmigung wurde beim Gewerbeaufsichtsamt in Lüneburg gestellt. Vor Ort gibt es massive Proteste gegen das Projekt. Foto Heß

Die Firma Freimuth aus Bülkau will an der Kreisstraße 51 zwischen der Autobahn 27 und Hagen eine Bauschuttdeponie der Klasse I errichten. Der Antrag zur Genehmigung wurde beim Gewerbeaufsichtsamt in Lüneburg gestellt. Vor Ort gibt es massive Proteste gegen das Projekt. Foto Heß

Zurzeit ist vor allem das Büro, das der Bülkauer Abrissunternehmer Freimuth mit der Planung beauftragt hat, dran am Thema Deponie. Die Planer seien immer noch dabei, aktuelle Daten für eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung des Großprojektes zu ermitteln, sagt Lührs.

Freimuth will am Weißenberg in Driftsethe auf einer zwölf Hektar großen Fläche eine Deponie für fast zwei Millionen Kubikmeter Bauschutt schaffen. Er hat dort eine Sandgrube gekauft und im März 2015 einen entsprechenden Antrag beim zuständigen Gewerbeaufsichtsamt in Lüneburg gestellt. Vor Ort gibt es massive Proteste gegen das Projekt. Über 1000 Einwände brachten die Bürger beim Gewerbeaufsichtsamt vor, als die Pläne ausgelegt wurden. Nun seien seine Planer dabei, all diese Einwände abzuarbeiten, sagt Lührs. „Das ist ein sehr langwieriger Prozess.“

Vor allem weil inzwischen der Uhu auf dem geplanten Deponie-Gelände gesichtet worden ist – die große Hoffnung aller Deponie-Gegner. Da der Vogel streng geschützt ist, muss nun die Umweltprüfung komplett überarbeitet werden. „Wir sind dabei, sämtliche Daten zu den schützenswerten Arten, aber auch zu Staub und Lärm, die durch die Deponie entstehen könnten, neu zu ermitteln“, sagt Lührs. Wie lange das dauern wird, kann er nicht sagen.

Es gibt noch ein weiteres Problem, mit dem sich der angehende Deponie-Betreiber auseinandersetzen muss. Denn nicht nur die Hagener Bürger, auch die Gemeinde ist gegen die Deponie. Sie hat einen Bebauungsplan auf den Weg gebracht, wonach das Gelände am Weißenberg zu einer Erlebnis-Landschaft umgewandelt werden soll, mit Naturlehrpfad, Reitparcours sowie Sport und Spielplatz. Freimuth hatte den Bebauungsplan vor Gericht angefochten, war damit aber gescheitert. „Damit beschäftigt sich jetzt unser Anwalt“, sagt Lührs.

Derweil ist die Gemeinde mit der Umsetzung ihrer Pläne noch nicht recht weitergekommen. Eigentlich wollte Bürgermeister Andreas Wittenberg den ersten Aussichtsturm schon im vergangenen Jahr aufgestellt haben. Jetzt sagt sein Bauamtsleiter, dass das Projekt bislang teurer ist als die im Haushalt bereitgestellten Mittel in Höhe von 25 000 Euro. „Da müssen wir jetzt sehen, wie wir in Übereinstimmung bringen“, sagt Jan-Christian Voos. Insgesamt wird das Projekt „Schatzgrube Weißenberg“, wie die Gemeinde es getauft hat, fast 400 000 Euro verschlingen. 60 Prozent davon soll aus Leader-Töpfen der Europäischen Union (EU) finanziert werden. Die Arbeitsgruppe, die sich mit der Vergabe der Leader-Mittel beschäftigt, habe grundsätzlich grünes Licht dafür gegeben, sagt Voos. Ruhe herrscht derzeit auch in den Reihen der Bürgerinitiativen, die gegen die Deponie kämpfen. „Wir warten erst mal gespannt auf die Entscheidung über den Abriss des AKW Unterweser“, sagt Karla Mombeck. Mombeck und ihre Mitstreiter fürchten nämlich, dass nach dem Abriss die nicht belasteten Betonmassen des Atomkraftwerkes auf der Driftsether Deponie landen werden.

Quelle: NORDSEE-ZEITUNG vom 25.03.2017 von Inga Hansen

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