BI Driftsethe

Bürger-Initiative gegen die Bauschuttdeponie in Driftsethe

Begrüßung und Einleitung | von Bernd Ricker

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Einen schönen „Guten Abend“ meine Damen und Herren, vielen Dank, dass sie unserer Einladung gefolgt sind. Ich darf auch Frau Puvogel und Frau Schwerdtfeger begrüßen. Dann darf ihnen unsere Mannschaft heute Abend vorstellen, da sind der Diplom-Ingenieur André Eding, der Diplom-Ingenieur Heino Fromme, der Mediziner Dr. Hans-Ulrich Charlet und der Landwirt und Kreistagsabgeordnete Udo Allmers. Außerdem unterstützen uns Frau Schnars, die Brüder David und Axel Wüst und von der BI-M.U.T. Frau Brede und Frau Mombeck.

Mein Name ist Bernd Ricker, ich wohne in Driftsethe und hier ist meine Geschichte:


Ein Flyer der Bürger-Initiative „Mit us tosamen“ kurz BI-M.U.T. lädt zu einem Informationsabend am 4. September 2009 gegen eine Bauschuttdeponie in Driftsethe ein! Bauschutt, denke ich, dass ist doch nicht so schlimm! Aber man kann sich ja einmal informieren – also gehe ich hin.
Aschen, Schlacken, Schotter, Böden, Steine, Fliesen, Keramik, Ziegel, Beton, Baustoffe auf Gipsbasis, Straßenaufbruch und Asbestabfälle, Dämmmaterialien und sonstige asbesthaltigen Baustoffe sollen dort abgelagert werden, erfahre ich. 35 Meter hoch!

Was bedeutet das für mich und meine Familie?

Ich recherchiere im Internet und je mehr Informationen ich darüber finde (EU-Gesetz, Abfall-Verordnung, Deponie-Verordnung und, und, und …), je größer werden meine Bedenken. So ein Projekt in Driftsethe – Nein! Das schlägt mir richtig auf den Magen, ich wache mitten in der Nacht auf und denke, wieso lässt die Politik zu, dass solch ein Raubbau an unserer Heimat verübt werden kann? Ist unsere Gesundheit keinen Pfifferling mehr wert? Geht es nur noch um „Kohle“ für einige wenige?

Das kann nicht sein!


Ich gründe die „Bürgerinitiative gegen die Bauschuttdeponie in Driftsethe“!

Um was geht es eigentlich bei der „Bürgerinitiative gegen die Bauschuttdeponie in Driftsethe“? Damit sie das verstehen hier ein wenig Historie!

 


Wir die gut 700 Einwohner Driftsethes, einem etwa 900 Jahre alten Geestrückenort – an der Drepte gelegen – leben seit vielen Jahren mit und von der Natur.


Als Anfang des 21. Jahrhunderts – um 2002 – mit dem Bau des Wesertunnels begonnen wurde, brauchte man jede Menge Sand. Bei der Suche nach einer entsprechenden Lagerstätte wurde man in Driftsethe fündig. Die Firma Bunte beantragte den Sandabbau auf einem 13 ha großen Gelände – südlich der Kreisstraße 51 und nördlich eines Landschaftsschutzgebietes – und bekam auch eine Genehmigung, mit der Auflage nach dem Sandabbau das Gelände zu renaturieren.


Diese Renaturierung wurde aber nur auf einem Teil des Geländes durchgeführt, da noch ein Restbestand an Sand vorhanden war. Inzwischen stehen auf dem renaturierten Gelände unter anderen 3 bis 3,5 m hohe Kiefern.


Die Firma Bunte verkaufte nach Fertigstellung des Wesertunnels die Restsandkuhle an die Firma Freimuth, die dann auch mit dem Abbau des restlichen Sandes begann. – So weit so gut.

Mit dem 16. Juli 2009 läuft die Frist für die Anpassung nicht konformer Deponien an EU-Regeln ab. „Die Mitgliedstaaten hatten acht Jahre Zeit, ihre Abfalldeponien an die EU-Standards anzupassen. Sie sind verpflichtet, das höchste Schutzniveau für Bürger und Umwelt zu garantieren.“

Das bedeutet, dass in Niedersachsen 2009 fast alle Deponien geschlossen wurden, da sie die strengen Auflagen (auch nach acht Jahren Zeit die Auflagen zu erfüllen!) nicht erfüllten. Der Kreis Cuxhaven schließt 2009 die Deponie in Neuenwalde. Da er keine Notwendigkeit einer Bauschuttdeponie sieht wird diese Schließung ohne Ersatz wirksam.


2009 beantragt die Firma Freimuth, in ihrer ja inzwischen abgebaute Sandkuhle, eine Bauschuttdeponie Klasse 1 zu errichten!

Dieser Antrag wird von der Gemeinde Driftsethe, der Samtgemeinde Hagen und auch von den Einwohnern abgelehnt. Man fragt sich verwundert, wie verlässlich sind die Auflagen der Kreisverwaltung? Wird hier mit zweierlei Maß gemessen?


Um den Entscheidungsträgern klar zu machen, dass wir Bürger, genau wie Gemeinde und Samtgemeinde dieses Vorhaben in unserer Gesamtheit ablehnen, haben wir diese Bürgerinitiative gegründet. In einer ersten Unterschriftensammlung haben wir 674 Unterschriften gegen dieses Vorhaben gesammelt und den Entscheidungsträgern zugesandt.

Nun werden sie sich fragen was haben wir Hagener mit der Deponie in Driftsethe zu tun? Deponien vor der Tür = Landschaft zerstört = Verkehrskollaps = Gesundheitsgefährdung! Wer fragt was aus unserer Lebensqualität wird? Wer sind die Gewinner – wer sind die Verlierer?

Zusammen mit der BI-M.U.T. der Bürgerinitiative „Mit us tosamen“ wollen wir ihnen heute ein wenig Hintergrundwissen nahe bringen. Im Anschluss wollen wir mit ihnen eine zweite Unterschriftensammlung in Hagen starten um unseren Forderungen – mit ihrer Stimme – noch mehr Gewicht zu verleihen.

Bernd Ricker (Bürger-Initiative gegen die Bauschuttdeponie)

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