BI Driftsethe

Bürger-Initiative gegen die Bauschuttdeponie in Driftsethe

Umweltschützer rechnen mit mehr Asbestabfall

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Protest gegen 7.000 Transporte von Deponie in Wunstorf-Luthe / Ministerium zögert mit Zustimmung

Wunstorf. Einer der größten Sondermülltransporte in der Geschichte der Bundesrepublik bekommt zunehmend Gegenwind. Von einer Mülldeponie in Wunstorf (Region Hannover) sollen rund 170.000 Tonnen Asbestabfall auf die Sondermülldeponiene Ihlenberg bei Schönberg (Nordwestmecklenburg) und Rondeshagen (Schleswig-Holstein) gebracht werden.

Gegner des Vorhabens aus Mecklenburg-Vorpommern legten jetzt Beschwerde bei der EU ein, die die Transporte mitfinanziert. Das sagte Hetlef Uilderks von der Bürgerinitiative „Stoppt die Deponie Schönberg” jüngst bei einer Protestaktion vor der Schweriner Staatskanzlei. Die Transporte seien kompletter Unsinn, sagte er. Der Asbestmüll in Wunstorf sei abgedeckt, von der Halde gehe keine Gefahr aus. An dem Protest in Schwerin beteiligten sich mehrere Dutzend Bürger.

Auch die Gemeinde Rondeshagen will sich wehren. Bürgermeister Andreas Albrecht (CDU) habe bereits eine Klage vorbereitet, berichteten regionale Medien. Die Gemeinde wolle demnach notfalls per Eilentscheidung erreichen, dass die Lastwagen gar nicht erst zur Sondermülldeponie Rondeshagen fahren dürfen. Albrecht habe bereits vor Wochen einen Anwalt mit der Prüfung beauftragt, so der NDR. Mittlerweile wolle sich ein Privatmann der Klage anschließen.

Die Protestierer vor der Schweriner Staatskanzlei forderten die Landesregierung auf, eigene Tests zur Sicherheit der Transporte anzustellen und sich nicht auf Untersuchungen aus Niedersachsen zu verlassen. Nach Angaben von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hat der TÜV bei Testfahrten keine wesentliche Freisetzung von Asbestfasern gemessen. Endgültige Ergebnisse lägen aber noch nicht vor.

Nur wenn keine gesundheitlichen Gefährdungen für die Menschen an der Strecke bestehen würden, werde das niedersächsische Sozialministerium den mehr als 7.000 erforderlichen Transporten zustimmen, hatte ein Sprecher angekündigt. Der Asbestschlamm stammt von einer Halde in Wunstorf-Luthe. Dort, unmittelbar an der Bahnlinie Hannover-Bremen, hat die Firma Fulgurit bis 1990 Asbestprodukte hergestellt. Das Unternehmen existiert nicht mehr.

Quelle: Weserkurier vom 21.11.2011 von Irs Leithold

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